nanologie & labyrinthologie

der leere-koeffizient des beitrags auf der fritzi berger-skala: 0+0=2

meine erinnerungen an die erste nanologische expedition in die wälder rund um das kosmodrom nowosindromk sind von olfaktorischen wahrnehmungen und irritationen geprägt: der schwere duft des torfigen waldbodens, die betörende brise von knaxiodromscheiße! die ingredienzien der nach langem winterschlaf erwachenden natur begannen allmählich aufzutauen und in der frühlingssonne vor sich hin zu dampfen. sie weckten auch die lebensgeistiger von jenen wesen, denen ich bereits meine ersten postuniversitären forschungen gewidmet hatte.

ein paar spuren auf den letzten resten von schnee, etwas zu nachlässig getarnt als abdrücke von vogelfüßen, nährten meine vermutung, dass kleine hominide waldbewohnerinnen und -bewohner, außer- und sogar innerhalb der nanologischen forschungsgemeinschaft etwas verniedlichend heinzelmann/-frau genannt, ihr traditionelles winterliches retreat beendet hatten und an die waldbodenoberfläche rückgekehrt waren. ich pirschte mich vorsichtig durch das urwaldartige dickicht, denn unter dem schneematsch lauerte immer noch das eis. plötzlich rutschte ich aus und fiel rückwärts auf eine merkwürdige anordnung von faustgroßen steinen. mit meinem hinterkopf landete ich im zentrum einer steinformation, die aus dem augenwinkel betrachtet wie eine miniaturversion von stonehenge aussah, umgeben von mehreren konzentrischen steinkreisen. dann wurde ich bewusstlos.

ich erwachte am rücken liegend, wie einst gulliver nach seinem schiffbruch: an armen, beinen und barthaaren mit schnüren an den waldboden gefesselt. auf meiner brust stand ein offensichtlicher heinzelhäuptling, der mich mit zornigem blick anstarrte, wilde zischlaute ausstieß und aus dem mund stark nach psilocybinhaltigen pilzen roch. gerade als ich mir dachte „wenn ich heute im camp geblieben wäre, könnte ich jetzt erbsensuppe und trockenen weisswein geniessen“, biss mir der oberste repräsentant eines – im wahrsten sinne des wortes – zwergstaates in meine nasenspitze. ein schrecklicher schmerz durchfuhr mein riechorgan und ich wurde ohnmächtig.

ein suchtrupp fand mich bewusstlos, unterkühlt und von kopf bis fuß kunstvoll verschnürt wie eine saumaise (möglicherweise stammt diese küchenspezialität doch nicht von den kelten, sondern von den heinzelmännern/-frauen.) und brachte mich in die krankenstation des kosmodroms. wieder munter schlürfte ich dickflüssige, eher geschmachsneutrale krankenstationstypische erbsensuppe, schlief danach erschöpft ein und träumte davon, mir endlich wieder einen kräftigen schluck trockenen weisswein zu gönnen. doch zu meinem schrecken konnte ich den wein weder riechen noch schmecken, egal wie viel ich davon trank. auch der umstieg auf gehaltvollen rotwein brachte meinen geruchs- und geschmackssinn nicht zurück. ich erwachte aus diesem albtraum, als das betäubungsmittel, das man mir in die nase gespritzt hatte, endlich sein wirkung verlor. vorzeitig mit clownesk gerötetem riechorgan aus der krankenstation entlassen, stattete ich der skurrilodrom-bar einen besuch ab, um die rasche und vollständige rehabilitation meiner irritierten geruchs- und geschackssinne zu forcieren.

die gentechnische speichelprobe aus der wunde auf meiner nasenspitze bestätigte die bahnbrechenden heinzelmann/frau-forschungsergebnisse, die mein kollege holger herbert und ich bereits als studenten im zuge unserer nanologischen expeditionen im azoranischen und mediterranen raum publiziert hatten, nun auch für den rayon des kosmodrom nowosindromsk: wir sind umgeben von hochentwickelten nanologisch-hominiden parallelgesellschaften! unsere erste hochrechnung ergab: auf jeden von uns kommen durchschnittlich sieben zwerge.

p.s. eine analyse der abdrücke auf meinem hinterkopf, die bei meinem sturz entstanden waren, deutete darauf hin, dass ich in steinernes miniaturlabyrinth gefallen sein könnte.

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